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Diese Dokumentation gesprengter Kirchen in der DDR erhebt noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.  Für Hinweise und Bildmaterial bei der Aufarbeitung dieses schmerzlichen Kapitels deutscher Geschichte bin ich sehr dankbar. 

Dr. Tobias Köppe

Jakobuskirche Dessau

Originalzustand

Vor der Sprengung

Geschichte:  Gründung der Gemeinde 1905, zunächst in der Dessauer "Marienschule" untergebracht, Neubau des Kirchengebäudes in der Formensprache der Neoromanik (Rundbogenstil) in der Törtener Straße, 1908 Einweihung der neuen Kirche, Platz für 900 Besucher, 1945 durch Brandbomben beschädigt

DDR-Zeit: Gemeindesaal in den 50er und 60er Jahren umfassend rekonstruiert, Sprengung im Mai 1977, um Plattenbauten Platz zu mache, 1980 Fertigstellung des neuen Gemeindehauses, heute mit der Paulusgemeinde zur Jakobus-Paulus-Gemeinde zusammengeschlossen

Paulskirche Halberstadt

Originalzustand

Vor der Sprengung

Geschichte: Kirche des von Bischof Burchard dem II. gegründeten Chorherrenstiftes, Bau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, Türme stammen vom Anfang des 13. Jahrhunderts, Umbau in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, hier Verbreiterung des Langhauses, Chorneubau im Jahre 1363 begonnen, 1908 umfassende Renovierung, am 8. April 1945 Schiff und Türme nach Bombenangriff ausgebrannt, gotischer Chor inklusive Dach gut erhalten

DDR-Zeit: 1970 im Rahmen der sozialistischen Neubebauung des Stadtzentrums mit Plattenbauten abgetragen, Ausdünnung der Doppelturmsilhouette Halberstadts auf vier Doppelturmkirchen

Dorfkirche Zweedorf

Originalzustand

Vor der Sprengung

Geschichte:  1335 erste urkundliche Erwähnung einer Holzkirche in Zweedorf, Nachfolgebau erbaut um 1760

DDR-Zeit: Abriß im Winter 1978 aufgrund der Fluchtgefahr vermeintlicher Grenzübergänger, Kirche wurde am Tag des Abrisses in Schutt und Asche in den Zweedorfer Dorfteich geschoben, Abriß durch die Staatsorgane der DDR gefordert und durch den damaligen Oberkirchenrat genehmigt, Fenster der Kirche vor Abriß ausgebaut und in der Friedhofskapelle von Boizenburg wieder eingesetzt, dort heute noch zu besichtigen

Stadtkirche Bad Muskau

Originalzustand

Vor der Sprengung

Geschichte:  auch Deutsche Kirche genannt, evangelisch, vierjochiger, kreuzgratgewölbter barocker Saalbau mit quadratischem, eingezogenen Turm im Westen und dreijochigem Chor im Osten, Backsteinbau verputzt, Turmoberteil am Anfang des 19. Jahrhunderts vereinfacht, beachtliche zwölf Apostelfiguren im Chor, im Frühjahr 1945 teilzerstört, Chor und Umfassungsmauer erhalten

DDR-Zeit: Anfängliche Bemühungen um die Sicherung der gut erhaltenen Chorfiguren mittels eines Notdaches über dem Chor, im April 1959 Beseitigung der Kirche

Jakobuskirche Dessau

Originalzustand

Vor der Sprengung

Geschichte:  Gründung der Gemeinde 1905, zunächst in der Dessauer "Marienschule" untergebracht, Neubau des Kirchengebäudes in der Formensprache der Neoromanik (Rundbogenstil) in der Törtener Straße, 1908 Einweihung der neuen Kirche, Platz für 900 Besucher, 1945 durch Brandbomben beschädigt

DDR-Zeit: Gemeindesaal in den 50er und 60er Jahren umfassend rekonstruiert, Sprengung im Mai 1977, um Plattenbauten Platz zu mache, 1980 Fertigstellung des neuen Gemeindehauses, heute mit der Paulusgemeinde zur Jakobus-Paulus-Gemeinde zusammengeschlossen

Jacobikirche Nordhausen

Originalzustand

Vor der Sprengung

Geschichte: erbaut im 14. Jahrhundert, Pfarrkirche der Neustadt, nach der Frauenbergkirche und dem Dom die drittälteste Kirche der Stadt Nordhausen, Turm 1310 erbaut, Kirchenschiff unter Pfarrer Friedrich Christian Lesser 1744-1749 neu errichtet, im April 1945 Kirchenschiff durch Bomben zerstört, der Turm brannte aus, das stark zerstörte Kirchenschiff 1945 abgetragen

DDR-Zeit: Turm am 27. September 1959 unter dem Vorwand, genau an der Stelle einen Parkplatz zu errichten, gesprengt, Parkplatz aber später südlich davon gebaut, Fundamente blieben unter einer Grünfläche verborgen

Aktualisiert am 16.10.2016