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23.06.18

Der Verbund Zerstörte Kirchen (VZK) zum 50. Jahrestag der Sprengung der Garnisonkirche Potsdam am 23. Juni 1968

Der „Verbund Zerstörte Kirchen“ (VZK) - eine Arbeitsgemeinschaft von Wiederaufbau- und Erinnerungsvorhaben in Bad Muskau, Berlin, Dresden, Leipzig, Magdeburg und Potsdam - vereint die Aktivitäten der Fördervereine und -gesellschaften von zu Zeiten der SED-Diktatur zerstörten Kirchen unter seinem Dach.

Den nun nach teilweise heftigen Auseinandersetzungen endlich begonnenen Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam begleitet der VZK aktiv seit seiner Gründung 2012. Wir unterstützen mit großer Solidarität die Potsdamer Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG) bei ihrem herausragenden Engagement für dieses einmalige städtebauliche, kirchen- und kulturhistorische Projekt. Die FWG ist damit ein besonders bedeutender Partner unseres Verbundes!

Der 23. Juni 1968 bildete den traurigen Höhepunkt einer beispiellosen Vernichtungskampagne des SED-Regimes gegen die ehemalige Hof- und Garnisonkirche, einem von Philipp Gerlach errichteten und 1732 geweihten Barockjuwel, das als einer der bedeutendsten protestantischen Sakralbauten Deutschlands galt. Seine endgültige Zerstörung reiht sich damit ein in eine jahrzehntelange, gezielt gegen Kirchen geführte Obstruktions- und Destruktionsstrategie, der insbesondere im berüchtigten „Sprengungsjahr“ 1968 in der DDR zahlreiche zum Opfer fielen – zu denken ist hier als ein weiteres schmähliches Beispiel an die Vernichtung der Leipziger Universitätskirche im Mai 1968. Das gleiche Schicksal ereilte viele Kirchen allerdings schon seit den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie hatten Kriege überstanden und wurden doch schließlich Opfer ideologischer Blindheit.

An diese Kulturbarbarei der SED-Machthaber, aber auch an den Widerstand dagegen zu erinnern, ist erklärtes Ziel des Verbundes Zerstörte Kirchen. Manche unserer Partner stehen erst oder - nach bitteren Rückschlägen - auch wieder am Anfang ihrer Erinnerungs-, Gedenk- oder Wiederaufbauvorhaben. Sie werden nun ermutigt durch das kraftvolle Signal aus Potsdam, das mit der Wiederherstellung der Garnisonkirche ausgesendet wird!

Letztendlich haben also Mut und Vision, Beharrlichkeit und Kompromissbereitschaft, Vernunft, Toleranz und Friedfertigkeit, Redlichkeit und Friedensliebe sowie im christlichen Geist gelebtes Demokratieverständnis die Oberhand behalten über Unvernunft, Intoleranz, Hass, Geschichtsverzerrung und demokratiefeindliche Gesinnung! Mögen dereinst der wieder über Potsdam erstrahlende Turm der Garnisonkirche sowie später das vollständig wieder errichtete Gotteshaus mit ihrem erklärten Anspruch auf Versöhnung und Frieden dazu beitragen, die in den vergangenen Jahren aufgerissenen Wunden zu heilen und die dadurch entstandene Spaltung in Teilen der Stadtgesellschaft sowie darüber hinaus zu überwinden!

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Aktualisiert am 01.06.2016